Abnahmeschein Amtliches Protokoll über die Prüfung des Rohbaues und bestimmter Anlagen oder Gebäudeteile (elektrische Anlagen, Entlüftung oder Kamin)
Abstände In den Landesbauordnungen und in verschiedenen Gesetzen sind Mindestabstände, z.B. seitliche Grenzabstände von Gebäuden oder Abstände von Straßen, vorgeschrieben.
Anschlußgebühren Öffentliche Anschlüsse für Strom, Gas, Wasser, Kanal, Fernheizung, Telefon usw. müssen beantragt werden und sind gebührenpflichtig.
Annuität Jahreszahlung an Zinsen und Tilgung.
Bauanzeige Im Regelfall ist für die Errichtung eines Gebäudes eine Bauanzeige bei der zuständigen Behörde einzureichen. Beizufügen sind die Bauzeichnungen und Lagepläne. Außerdem muß der Antrag Angaben enthalten über Bauart, Bauweise, Flächen- oder Grundstücksgrenzen, Baubeschreibungen, Nachweis für Wärme- und Schallschutz. Der Bauherr ist für die Einhaltung aller Bauvorschriften verantwortlich.
Bauaufsichtsbehörden Die Bauüberwachung obliegt den Bauaufsichtsbehörden. Die Bauanzeige wird bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte) eingereicht.
Baudarlehen Zur Finanzierung eines Bauvorhabens von Banken, Sparkassen, Bausparkassen, Versicherungen usw. gewährter Kredit. Das Baudarlehen ist durch den Grundstückswert und den geschätzten Wert des Bauvorhabens abgesichert. Baudarlehen können in verschiedenen Formen gewährt werden. Ihre Höhe hängt von bestehenden Belastungen, der Belastbarkeit des Grundstücks und seinem Beleihungswert ab.
Bauerwartungsland Im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesenes Gelände, dessen Nutzung aber noch nicht durch einen Bebauungsplan verbindlich festgesetzt ist.
Baugenehmigung Schriftlicher Genehmigungsbescheid der zuständigen Behörde für die Durchführung eines Bauvorhabens. In den Genehmigungsbescheid, gegen den Rechtsmittel eingelegt werden können, sind u.U. einengende Auflagen eingefügt. Die Baugenehmigung ist entsprechend den Landesbauordnung befristet und gebührenpflichtig.
Baukostenplanung Hierunter versteht man ein von Anfang an kostenorientiertes Planen und Entwerfen des Architekten, der damit an das Budget des Bauherrn als Kostenobergrenze gebunden ist.
Baulast Bauaufsichtliche Baulasten sind im Baulastenverzeichnis eingetragene Beschränkung der Bebaubarkeit eines Grundstücks.
Baumängel Durch fehlerhafte Entwürfe, Ausführung oder nicht einwandfreies Material verursachte Mängeln am Bauvorhaben. Bei der Abnahme durch den Bauherrn sollte bei erkennbaren Mängeln ein schriftlicher Vorbehalt niedergelegt werden. Dann können später sich daraus ergebende mögliche Bauschäden und die daraus entstehenden Beseitungskosten gegenüber dem Verursacher geltend gemacht werden können. Bei wesentlichen Mängeln kann die Anahme bis zur Beseitigung verweigert werden.
Bauordnung In den einzelnen Ländern bestehen Landesbauordnungen, die Anforderungen an den Bau und seine Teile sowie das Baugenehmigungsverfahren regeln.
Bebauungsplan (siehe Flächennutzungsplan)
Damnum = Disagio Unterschied zwischen Darlehenssumme und tatsächlicher Auszahlung.
Eigenleistungen/
Eigenmittel
Mittel, die der Bauherr selbst besitzt. Dazu gehören u.a. der Wert eines eigenen unbelasteten Grundstücks, Bausparguthaben, eigenes Kapital oder die Eigenleistung, z.B. in Form von persönlichen Arbeitsleistungen, die zu Unternehmerpreisen bewertet werden.
Einheitswert Steuerliche Bemessungsgrundlage für ein Grundstück. In Sachsen gehen nach dem Einheitswerte aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg
Erbbaurecht Üblicherweise auf bestimmte Zeit - oft 99 Jahre - bestelltes Recht, auf einem Grundstück ein Bauwerk zu haben. Das Erbbaurecht kann vererbt und veräußert werden. Es muß im Grundbuch eingetragen werden; als Entgelt wird ein Erbbauzins vereinbart, der während der gesamten Nutzungszeit zu entrichten ist.
Erschließung Zur Baureifmachung eines Grundstücks notwendige Maßnahme. Dazu gehören Arbeiten und Leistungen der Gemeinde für Straßen- und Kanalbau sowie Wasser- und Elektrizitätsversorgung u.ä.m.
Erschließungsbeitrag Der durch die Gemeinde vom Eigentümer oder Erbbauberechtigten erhobene Beitrag zur Deckung von Kosten, die durch die Erschließung entstanden sind. Geregelt wird die Beitragserhebung im Baugesetzbuch, in den Kommunalabgabengesetzen der Länder sowie in der Beitragssatzung der Gemeinde.
Flächennutzungsplan Der von der Gemeinde festgelegte erste Schritt der Bauleitplanung, auf den in der Regel der Bebauungsplan folgt. Der Flächennutzungsplan nimmt im Gegensatz zum Bebauungsplan nur eine Grobeinteilung in Nutzungen vor. Ein Flächennutzungsplan schafft kein Baurecht, er ist eine Zielvorgabe.
Gemeinschaftsanlagen Gemeinschaftsanlagen sind insbesondere gemeinsame Garagen, Autostellplätze, Spielplätze usw. Die Landesbauordnungen regeln nähere Einzelheiten. Herstellung und Unterhalt sind Sache des Eigentümers.
Grundbuch In den Grundbüchern werden insbesondere die Eigentumsverhältnisse und die privatrechtlichen Belastungen der Grundstücke (z.B. Grunddienstbarkeiten, Hypotheken, Grundschulden) eingetragen. Das Grundbuch wird von den Amtsgerichten geführt. Wer ein berechtigtes Interesse darlegt, kann das Grundbuch einsehen oder Abschriften daraus beantragen.
Grunddienstbarkeit Belastungen eines Grundstücks zugunsten eines anderen Grundstückes, insbesondere des Nachbarn. Diejenige Person, zu deren Gunsten eine Dienstbarkeit eingetragen ist, kann das betreffende Grundstück im Rahmen der Grunddienstbarkeit (z.B. Wegerecht) nutzen.
Grunderwerbsteuer Steuerliche Belastung beim Kauf eines bebauten oder unbebauten Grundstücks.
Grundschuld Durch die Bestellung einer Grundschuld wird erreicht, daß das belastete bebaute oder unbebaute Grundstück dem aus der Grundschuld Berechtigten für eine bestimmte Geldsumme haftet. Grundschulden dienen hauptsächlich der Sicherung von Krediten. Sie können auch an Eigentumswohnungen oder Erbbaurechten bestellt werden. Die Grundschulden müssen ins Grundbuch eingetragen werden.
Grundsteuer Eine vom Finanzamt aufgrund des Einheitswertes festgesetzte und von der Gemeinde erhobene Besteuerung von Grundbesitz.
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Von der Bundesregierung erlassene Verordnung, die in der Bundesrepublik Deutschland Inhalt und Vergütung von Architekten- und Ingenieurleistungen festgelegt.
Hypothek (siehe auch Grundschuld) Durch die Bestellung einer Hypothek wird eine persönliche Forderung - z.B. ein Darlehen einer Bank an einer Bauherrn - an einem Grundstück haftet dem Hypothekengläubiger für die gesicherte Forderung. Hypotheken können auch an Eigentumswöhnungen oder an Erbbaurechten bestellt werden. Sie müssen im Grundbuch eingetragen werden.
Kostendämpfung Baukosten können etwas niedriger liegen als geplant, z.B. wenn bestimmte, sehr teure Leistungen wegfallen oder ein Teil des Hauses erst später ausgebaut wird.
Leistungsverzeichnis Ausführliche Beschreibung aller geforderten Bauleistungen in den jeweiligen Bereichen nach Art und Umfang. Notwendig um bei Bauenden festzustellen, ob alle Leistungen erbracht wurden.
Mängelhaftung Die Auftragnehmer ist grundsätzlich zur mängelfreien Leistung verpflichtet. Die Mängelhaftung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch und - teilweise abweichend - in der Verdingungsordnung für Bauleistungen geregelt. Im Rahmen der Gewährleistung haftet der Auftragnehmer für Mängel nach BGB fünf, bei vereinbarter Geltung der VOB zwei Jahre. Sind die Mängel bereits bei Abnahme erkennbar, so kann der Auftraggeber seine diesbezüglichen Rechten verlieren, wenn er sie sich nicht ausdrücklich vorbehält.
Nachbarrecht Im Bürgerlichen Gesetzbuch und in den Bachbarrechtsgesetzen der Länder enthaltene Regelungen, welche das Eigentum an Grundstücken zugunsten der Nachbarn Beschränkungen unterwerfen.
Nachbarwiderspruch Gegen die bauaufsichtliche Genehmigung eines bauvorhabens kann der Nachbar Widerspruch oder Anfechtungsklage erheben. Der bisher mit dem Widerspruch automatisch verbundene Baustopp entfällt, wenn er sich gegen eine Baugenehmigung wendet, die überwiegend Wohnzwecken dient.
Rangstelle der Hypothek oder Grundschuld Die Rangstelle, die sich aus dem Grundbuch ergibt, entscheidet insbesondere darüber, in welcher Reihenfolge die einzelnen Berechtigten im Falle einer Zwangsvollstreckung des Grundstücks, der Eigentumswohnung oder des Erbbaurechts aus dem Erlös befriedigt werden. Nach dem Maß der Sicherheit unterscheidet man zwischen erststelliger (meist bis zu 60% des Beleihungswertes) und nachrangigen Hypotheken.
Sozialer Wohnungsbau Neubau von Miet- und Eigentümerwohnungen, den der Staat mit besonderen Programmen direkt fördert. Es sind u.a. Einkommensgrenzen zu beachten.
Stadtplanung / Städtebau Zusammenwirken aller baulichen und planerischen Maßnahmen einer Stadt / einer Gemeinde, z.B. Wohnungsbau, Verkehr, Grünflächenplanung, Versorgungseinrichtungen, Gewerbebau, Sanierung, Denkmalschutz usw. Grundlagen der Stadtlagen der Stadtpläne (Flächennutzungspläne und Bebauungspläne).
Städtebauförderung Gegenstand der Städtebauförderung sind Stadt- und Dorferneuerungsmaßnahmen nach dem Baugesetzbuch. Städtebauförderungsmittel werden durch die Gemeinden eingesetzt. Im Rahmen von Städtebauförderungsprogrammen beteiligen sich hieran Bund und Länder.
Teilbaugenehmigung Für einen bestimmten Bauabschnitt gegebene Genehmigung. Die Teilbaugenehmigung kann nach Vorlage des Baugesuchs von der Bauaufsichtsbehörde erteilt werden.
Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) Die Verdingungsordnung für Bauleistungen ist die Grundlage des Bauvertragswesens. Die VOB ist eine allgemein anerkannte Vertragsgrundlage, aber weder Gesetz noch Rechtsverordnung. Sie muß besonders vereinbart werden.
Verkehrswert Wert einer Immobilie zu einem bestimmten Zeitpunkte. Bestimmt wird der Verkehrswert besonders von den Nutzungsmöglichkeiten, der Lage und dem Zustand der Immobilie unter Berücksichtigung der allgemeinen Marktsituation.
Vorkaufsrecht Man unterscheidet zwischen privatem und öffentlichen Vorkaufsrecht. Das private Vorkaufsrecht wird zumeist im Grundbuch eingetragen. Derjenige, zu dessen Gunsten das Vorkaufsrecht im Grundbuch eingetragen ist, kann beanspruchen, daß ihm das Grundstück bei einem Verkauf an einen Dritten zu den gleichen Bedingungen, wie in dem Vertrag mit dem Dritten festgelegt, übertragen wird. Öffentliche Vorkaufsrechte der Gemeinde im Bereich des Städtebaus sind im Baugesetzbuch wie auch im Maßnahmengesetz zum Baugesetzbuch geregelt.
Wohnberatung Teil der Verbraucherberatung.
Wohngeld Wohngeld gibt es auch für Eigenheime (Lastenzuschuß). Einkommens- und Belastungsgrenzen sind zu beachten.
Aus dem Veranstaltungsheft der 8. Immobilien-Ausstellung Rostock.